Viele Menschen gehen mit der Vorstellung zur MPU, dass sie möglichst die „richtigen Antworten“ geben müssen.
Das ist ein Irrtum.
Ein Gutachter sucht keine auswendig gelernten Sätze. Er möchte verstehen, warum es zur Alkohol- oder Drogenauffälligkeit gekommen ist und ob sich das Verhalten nachhaltig verändert hat.
Deshalb geht es in der MPU nicht darum, den Gutachter zu überzeugen – sondern nachvollziehbar zu zeigen, dass Sie sich ehrlich mit Ihrem früheren Verhalten auseinandergesetzt haben.
Warum stellt der Gutachter so viele Fragen?
Ein Gutachter arbeitet nicht wie ein Prüfer in der Schule.
Er verfolgt während des Gesprächs eine Fragestellung:
Ist künftig zu erwarten, dass sich eine Alkohol- oder Drogenauffälligkeit im Straßenverkehr wiederholt – oder nicht?
Um diese Frage beantworten zu können, benötigt er ein stimmiges Gesamtbild.
Deshalb stellt er viele Fragen aus unterschiedlichen Blickwinkeln.
Warum werden manche Fragen mehrfach gestellt?
Viele Teilnehmer wundern sich:
„Das habe ich doch vorhin schon erzählt.“
Der Grund ist einfach:
Der Gutachter prüft, ob Ihre Aussagen zusammenpassen.
Wer seine Geschichte wirklich verstanden und aufgearbeitet hat, erzählt sie auch nach einer Stunde noch schlüssig.
Auswendig gelernte Antworten wirken dagegen häufig widersprüchlich oder oberflächlich.
Warum fragt der Gutachter auch nach Dingen, die scheinbar nichts mit der Fahrt zu tun haben?
Nicht jede Frage bezieht sich direkt auf die Trunkenheitsfahrt oder den Drogenkonsum.
Oft geht es um Themen wie:
- Freizeit
- Freunde
- Familie
- Beruf
- Stress
- Gewohnheiten
- frühere Entscheidungen
Warum?
Weil der Gutachter verstehen möchte, welche Rolle Alkohol oder Drogen in Ihrem Leben gespielt haben und welche Veränderungen heute bestehen.
Ehrlichkeit allein reicht nicht aus
Viele sagen:
„Ich bin einfach ehrlich.“
Ehrlichkeit ist selbstverständlich wichtig.
Sie ersetzt jedoch keine Aufarbeitung.
Wer lediglich erzählt, was passiert ist, beantwortet noch nicht die entscheidenden Fragen:
- Warum ist es überhaupt passiert?
- Warum gerade mir?
- Welche Denkfehler hatte ich damals?
- Was habe ich daraus gelernt?
- Was mache ich heute anders?
Genau diese Entwicklung interessiert den Gutachter.
Der Blick richtet sich nicht nach hinten – sondern nach vorne
Natürlich spricht der Gutachter über die Vergangenheit.
Aber nicht, um Schuld zu verteilen.
Die Vergangenheit hilft ihm einzuschätzen, wie hoch das Risiko für die Zukunft ist.
Deshalb lautet die eigentliche Frage:
Warum wird Ihnen eine ähnliche Situation künftig nicht mehr passieren?
Was bedeutet „positive Zukunftsprognose“?
Eine positive Zukunftsprognose bedeutet, dass aus fachlicher Sicht keine erheblichen Zweifel mehr bestehen, dass Sie künftig wieder verantwortungsvoll am Straßenverkehr teilnehmen.
Dafür reicht es nicht zu sagen:
„Das passiert mir nie wieder.“
Entscheidend ist, dass nachvollziehbar wird,
- was Sie verstanden haben,
- was Sie verändert haben,
- und warum diese Veränderungen dauerhaft Bestand haben.
Aus unserer Erfahrung
Seit vielen Jahren begleiten wir Menschen auf ihrem Weg zur MPU.
Wer die MPU nur als Prüfung betrachtet, konzentriert sich oft darauf, möglichst perfekte Antworten zu geben.
Wer dagegen versteht, warum der Gutachter bestimmte Fragen stellt, antwortet meist ruhiger, natürlicher und vor allem glaubwürdiger.
Deshalb bereiten wir unsere Teilnehmer nicht auf einzelne Fragen vor, sondern darauf, ihre eigene Entwicklung zu verstehen und verständlich zu erklären.
Denn genau das ist der Schlüssel zu einer erfolgreichen MPU.
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Wenn Sie Fragen haben oder erstmals teilnehmen möchten, freuen wir uns über Ihre Kontaktaufnahme.
Um vorherige Anmeldung wird gebeten. Gerne können Sie uns an info@shg-lenkrad.de eine Nachricht schreiben, das kann ein wichtiger Baustein auf Ihrem Weg zurück zum Führerschein sein.